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Was ist Fair-Isle?

Wenn man beim Stricken von Fair-Isle spricht, sind eigentlich zwei Dinge gemeint:

  • zum einen die typischen regelmäßigen, durchgehend zweifarbigen, bandartigen Muster, die sich längs oder quer über ein Strickstück hinziehen,
     
  • zum anderen die Art, einen Pullover bis zu den Schultern komplett in Runden zu stricken (mit Hilfsmaschen – Steeks – an Ärmelrändern und Ausschnitt) und anschließend aufzuschneiden, was dazu führt, dass die Teile ausnahmslos rechts und damit wesentlich schneller und gleichmäßiger gestrickt werden können.

Namensgeber ist die gleichnamige Insel, die zwar zu den Shetland-Inseln gehört, aufgrund ihrer isolierten Lage einerseits, ihrem Kontakt mit den verschiedenen Kulturen seefahrender Völker andererseits jedoch eigene Stricktraditionen entwickelt hat.

Fair-Isle-Pullover werden traditionell aus Shetland-Wolle gestrickt. Da diese recht dünn und damit sehr ergiebig ist, sind die Teile sehr leicht und  angenehm zu tragen, aufgrund der leichten Filzigkeit der Wolle aber gleichzeitig warm und fast winddicht. Auf Fair-Isle wurden die Pullover nach der Fertigstellung einige Tage auf eigens dafür gebaute Holzgestelle gezogen und dem (meist feuchten) Wetter ausgesetzt, um dieses leichte Anfilzen zu erreichen. Diese Eigenschaft der Shetlandwolle hat auch den Vorteil, dass sich die Fasern beim Stricken besser verbinden und die Maschen nicht verrutschen, was z.B. für die Haltbarkeit der Steeks wichtig ist und verhindert, dass auf der Rückseite eingewebte Fäden zu Vorderseite durchrutschen.

Grundsätzlich lässt sich aber auch jede andere nicht zu glatte Wolle verarbeiten, Baumwollgarne sind aus den o.g. Gründen nicht geeignet.

Shetlandwolle z.B. von Jamieson & Smith ist inzwischen in über 150 Farbtönen erhältlich (Bezugsquellen siehe Links), was dem Gestaltungsspielraum eine unendliche Bandbreite lässt und mich immer wieder aufs Neue fasziniert.

Während die traditionellen Fair-Isle-Stücke in den eher zarten Farbabstufungen (der ungefärbten oder mit den natürlichen Ressourcen gefärbten Wolle) in vielen verschiedenen Mustern gestrickt wurden, sieht man heute auch gleichmäßigere Musterbilder in kontrastreicher zusammengestellten Farben.

In einigen der von mir unter Buchtipps angesprochenen Büchern gibt es Variationen desselben Musters in verschiedenen Farben, jede für sich mit einer einzigartigen Wirkung!!!

Letzlich sind der Fantasie jedes Strickers aber keine Grenzen gesetzt; ich selbst betrachte die Bücher, die ich mit Freuden sammele, inzwischen in erster Linie als Anregung für eigene Designs.

Auf den folgenden Seiten möchte ich einige Basistechniken vorstellen und einige Planungshilfen für den Entwurf eines eigenen Stückes geben.