Aktuelles     Biographie       FairIsle       Fotos       Kurse       Buchtipps       Links       Gästebuch       Archiv       Impressum
Techniken                 Arbeitsschritte                 Muster und Farben                 Sonstiges
 

Arbeitsschritte zur Herstellung eines Fair-Isle-Pullovers

Unbedingt einen Notizzettel anlegen. Auf diesem zunächst das verwendete Garn und die verwendete Nadelstärke notieren sowie eine Schnittskizze zeichnen.

Eigenen Schnitt herstellen oder von einem gut passenden Pullover übernehmen und Maße in die Schnittskizze eintragen.

Maschenprobe herstellen, d.h. ca. 35 bis 40 Maschen anschlagen und im zweifarbigen Muster ca. 40 Reihen hochstricken.(Wenn der Pullover später komplett rund gestrickt werden soll, muss dies auch bei der Maschenprobe simuliert werden, d.h. am Ende jeder Reihe werden die Arbeitsfäden durchtrennt, die Maschen an das andere Nadelende zurückgeschoben und dann neue Fäden an der rechten Seite angesetzt.) Schon deshalb sollte man bei der Maschenprobe immer deutlich mehr Maschen anschlagen als für 10 x 10 cm notwendig sind! Wenn innerhalb des Musters mehr als eine Reihe einfarbig gestrickt wird, hierzu eine halbe Nadelstärke weniger nehmen!!

Die Maschenprobe mit Stecknadeln auf eine weiche Unterlage (z.B. Bügelbrett) stecken, mit einem feuchten Tuch und dieses wiederum mit einer Folie und dann einem schweren Gegenstand bedecken und über Nacht liegen lassen. Am nächsten Tag die Nadeln entfernen und aus der Mitte heraus abzählen, wieviele Maschen ich für 10 cm Breite und wieviele Reihen ich für 10 cm Höhe brauche. Das Ergebnis der Maschenprobe auf dem Notizzettel festhalten.

Nun anhand der vorher ermittelten Maße die anzuschlagende Maschenzahl für Vorder- und Rückenteil zusammen ausrechnen. Diese „ideale Zahl“ soweit geringfügig auf- oder abrunden, dass ich eine Zahl mit möglichst vielen „Teilern“ erhalte, um verschiedene Musterbreiten ohne Rest stricken zu können.

(d.h. meine Gesamtmaschenzahl muss durch die Maschenzahl des Rapports (d. h. des sich immer wiederholenden Musterstücks) teilbar sein und dieser Quotient sollte eine gerade Zahl sein, damit ich auf Vorder- und Rückseite des Pullovers eine gleiche Anzahl von Rapports erhalte.

So wären bei einer Maschenzahl von 192 z.B. alle Rapports möglich, die durch 2, 4, 6, 8, 12, 16, 24, 48 und 96 teilbar sind, nicht möglich wäre dagegen ein Muster mit einer durch 10 teilbaren Maschenzahl.

Muster und Farben aussuchen und stricken:

Für das Bündchen gibt es wie bei jeden anderen Pullover mehrere Varianten. Wenn ich mich noch nicht für eine bestimmte Bündchenform entscheiden kann, wähle ich den offenen Anschlag, d.h. ich stelle aus einem dickeren, kontrastfarbigen Garn mit der Häkelnadel eine Luftmaschenkette her und nehme aus der Schlinge auf der Rückseite jeder Luftmasche eine Masche auf. Diese stricke ich in der ersten Reihe/Runde ganz normal rechts ab. Nach Beendigung des Pullovers ziehe ich diese Luftmaschenkette vorsichtig wieder auf, nehme die nun wieder offenen Maschen auf die Nadel und kann in umgekehrter Richtung ein beliebiges Bündchen anstricken (Methode eignet sich auch zum Verlängern zu klein gewordener Kinderpullover).

1re/1li oder 2re/2li-Bündchen: Diese sollten immer mit einer etwas kleineren Nadelstärke und einer etwas geringeren Maschenzahl als der übrige Pullover gestrickt werden, damit sie die Spannung halten und nicht umkippen.

Besonders schön: mehrfarbige oder keltische Bündchen mit vorhergehendem runden Anschlag (siehe Techniken).

Nach dem Bündchen (evtl. ca. 10% der angeschlagenen Maschen zunehmen und) mit den Musterrapports beginnen. Dabei den Beginn jeder Runde sowie die gegenüberliegende Seitennaht mit einem farbigen Faden (der als Schlaufe über die Nadel gelegt wird und bei jeder Runde mitwandert) kennzeichnen. Bei sehr breiten Rapports evtl. auch das Ende eines jeden Rapports mit einem solchen Faden kennzeichnen; dies erleichtert den Einstieg, wenn man längere Zeit nicht gestrickt hat.

Wenn neue Farben begonnen und alte beendet werden, die Fadenenden jeweils einweben (siehe Techniken).

Auf diese Weise den Pullover gerade hoch bis zu den Armausschnitten stricken.

 

 

Armausschnitt und Steek

Beidseits des Kennzeichnungsfadens (je nach gewünschter Tiefe des Armausschnitts) ca. 10 bis 14 Maschen abketten oder stillegen. In der nächsten Runde über diesen 20 bis 28 stillgelegten Maschen 10 bis 12 Maschen neu anschlagen und ansonsten im Muster weiterstricken.

In der darauf folgenden Runde diese 10 Maschen immer im Steek-Muster stricken, wie im Technikteil beschrieben.

Auf diese Weise wird der Pullover bis zu den Schultern weitergestrickt. Beim Halsausschnitt ebenso verfahren. d.h. beim runden Halsausschnitt die mittlere größere Maschenzahl für den Halsausschnitt stillegen, in der Runde darüber 10 neue Maschen anschlagen und auch diese im Steek-Muster weiterstricken, dabei die weitern Abnahmen für den Halsausschnitt berücksichtigen.

Beim V-Ausschnitt nur die mittlere bzw. bei gerader Maschenzahl die beiden mittleren Maschen stillegen und auch über diesen Maschen 10 neue Maschen anschlagen, die dann in jeder weiteren Runde als Steek gestrickt werden.(Hierbei entsteht zunächst eine tütenförmige Ausbuchtung) Dann wie bei jedem anderen V-Ausschnitt in regelmäßigen Abständen zwischen Steek und Hauptmuster regelmäßig abnehmen.

Falls auch auf der Rückseite ein Halsausschnitt gestrickt werden soll, ähnlich wie beim runden Halsausschnitt verfahren, aber natürlich erst kurz vor der Schulter mit dem Stillegen der mittleren Maschen beginnen und auch hier einen Steek einarbeiten. (Darauf achten, dass alle 4 Schulterteile die gleiche Maschenzahl haben).

 

Aufschneiden des Steeks

Wenn der Pullover auf diese Weise bis zu den Schultern fertiggestrickt ist, alle Maschen abketten und die Schulternähte schließen (oder: alle Maschen bis auf die der Schulternähte abketten und diese im offenen Maschenstich schließen).

Erst dann mit einer kleinen scharfen Schere den Steek genau zwischen den beiden mittleren Maschen aufschneiden ,nach innen umklappen und evtl. versäubern.

 

Ärmel

Die Ärmel werden von oben nach unten gestrickt und direkt aus der Kante vor dem Steek aufgenommen (3:4-Regel beachten!!) dabei auch die zuvor evtl. stillgelegten Maschen berücksichtigen). Anhand der Maschenprobe (Höhe!) wird die benötigte Reihenzahl für die Ärmellänge ermittelt und damit die Häufigkeit der Abnahmen errechnet.

Achtung: Da die Maschenzahl bei den Ärmeln durch die regelmäßigen Abnahmen ständig wechselt, müssen die Rapports hier von der Mitte her ausgerichtet werden, d.h. die obere mittlere Masche kennzeichnen und die Rapports spiegelgleich rechts und links von dieser mittleren Masche einrichten.

Die untere mittlere Masche immer in der Grundfarbe stricken und die Abnahmen für die Ärmelschrägung rechts und links von dieser vornehmen.

 

Halsausschnittblende

Da der Steek selbst schon eine Kante für den Halsausschnitt bildet, ist ein Bündchen u.U.nicht mehr nötig. Dies richtet sich jedoch nach den individuellen Vorlieben. Falls eine Halsausschnittblende gestrickt werden soll, werden hierfür die Maschen wie für die Ärmel aufgenommen und dann die Blende fertiggestellt.